Europas Krisen und Führungserfahrungen

Projektlaufzeit

30.06.2021. - 15.11.2021.

Im Projekt einbezogenen Länder und Institutionen

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Universität Tartu
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Stradiņš-Universität Riga
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Litauische Militärakademie General Jonas Žemaitis
flag-DE
Universität Tübingen

Projektleiter

Dr. Andrey Makarychev

Projektziele

Das Projekt besteht aus einem Forschungsseminar, das Forschende aus Deutschland, Estland, Litauen und Lettland zusammenbringt, um zwei Themenkomplexe zu bearbeiten:

a) wie verschiedene Krisen innerhalb und außerhalb der EU (Finanzen, Terror, Migration, Covid-19, Populismus) das bisherige Verständnis von europäischer Integration (bezüglich Identität, Governance und Sicherheit) in den einzelnen Mitgliedsstaaten, insbesondere in Deutschland und den baltischen Staaten, in Frage gestellt haben und welche Auswirkungen dies auf den Umfang regionaler Integration (hinsichtlich zunehmender Supranationalisierung, policy-spezifischer Kooperation und gesellschaftlicher Interaktion) hat;

b) wie seitens regionaler Organisationen, einschließlich des Ostseerats, des Nordischen Rats, der Schwarzmeer-Wirtschaftskooperation und der Visegrád-Gruppe, auf diese Krisen reagiert wurde und ob deren häufige Untätigkeit langfristige Auswirkungen auf den europäischen Regionalismus im allgemeineren Sinne haben könnte.

Die Forschung über die Auswirkungen von Krisen auf die europäische Integration nimmt rasant zu und erfolgt aus verschiedenen theoretischen Perspektiven. Nichtsdestotrotz sind ihre Ergebnisse oft widersprüchlich und deuten sowohl auf zusätzliche Integration als auch auf Desintegration. Zudem sind die Auswirkungen auf Integrationsdebatten in den baltischen Staaten und in Deutschland bisher unzureichend erforscht worden.

Wir möchten dazu beitragen, diese Forschungslücke zu schließen, indem wir Erkenntnisse aus Diskurs-, Medien- und Kommunikationswissenschaften sowie kritischen Europastudien kombinieren und die nationalen Debatten über Integration, deren Verbindungen zu grundlegenden Gesellschaftskonzepten und deren Identitäts- und Legitimitätskonstruktionen vergleichen. Dabei stützen wir uns auch auf unsere bisherigen Arbeiten zu nationalen Konstruktionen europäischer Governance und Machtstrategien in der postsowjetischen Welt. Unsere Referierenden behandeln diese nationalen Debatten von verschiedenen disziplinären Hintergründen und lassen so unterschiedliche Aspekte der öffentlichen Debatte in den Vordergrund rücken.

Hauptaktivitäten des Projekts

1. Forschungsseminar an der Universität Tartu, geplant am 4.–5. November 2021

2. Wissenschaftliche Publikation in einem hochrangigen akademischen Journal

Direkte und indirekte Zielgruppe

Direkte Zielgruppe: Politikexpert*innen, Think Tank-Beschäftigte, Forschende, Wissenschaftler*innen und Studierende

Indirekte Zielgruppe: Politikpraktizierende, Diplomat*innen und Journalist*innen