Geschichte

Der DAAD gab diesem Projekt den Namen „Baltisch-Deutsches Hochschulkontor”. Damit sollte zum einen gezeigt werden, dass dieses Projekt zwar in Lettland als zentral gelegenstes Land angesiedelt wurde, dass aber langfristig auch Estland und Litauen eingebunden werden sollten; zum anderen sollte durch die Wahl des Begriffs „Kontor”, der aus der hanseatischen Kaufmannssprache stammt, an die zur Zeit der Hanse bestehenden engen Verbindung des Baltikums mit Deutschland erinnern. Damals wie heute war ein Kontor nicht nur ein Umschlagplatz von Waren, sondern auch von Ideen. Durch die mannigfaltige Arbeit des Hochschulkontors soll diese historische Verbindung zwischen Deutschland und den Baltischen Staaten wieder gestärkt werden und sowohl Raum als auch Plattform für Vermittlung und Begegnung bieten. Als Vorläufer des Hochschulkontors ist das multilaterale Projekt „Eurofakultät” zu sehen.

Das Konzept des Hochschulkontors wurde sowohl vom lettischen Ministerium für Bildung und Wissenschaft als auch von den beiden großen Rigaer Universitäten begrüßt. Im Juli 2004 wurde eine Vereinbarung über die Einrichtung des Baltisch-Deutschen Hochschulkontors in Riga unterzeichnet. Es wurde festgelegt, dass das Hochschulkontor von den drei Gründerinstitutionen – dem DAAD, der Universität Lettlands und der Technischen Universität Riga – gemeinsam verwaltet wird. Bei der feierlichen Eröffnung des Hochschulkontors im Juni 2005 kam das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern als vierter Partner zum Projekt Hochschulkontor hinzu und es wurde, als Ergänzung zur Gründungsvereinbarung, eine „Gemeinsame Absichtserklärung zum Baltisch-Deutschen Hochschulkontor” unterzeichnet.

Das Hochschulkontor soll ein Ort der Begegnung und Diskussion sein, nicht nur für Wissenschaftler sondern auch für Menschen aus allen Bereichen der Gesellschaft. Seit der Gründung trug das Hochschulkontor mit Vorträgen und der Förderung wissenschaftlicher Projekte entschieden zur wissenschaftlichen Kooperation zwischen deutschen und baltischen wissenschaftlichen Institutionen bei.

Seit 2010 erfolgt außerdem zweimal jährlich eine Ausschreibung für Projektunterstützung. Für die Bewertung dieser eingegangenen Anträge, die aus einer Vielzahl von diversen Fachbereichen stammen können, wurde ein wissenschaftlicher Beirat berufen, der sich aus deutschen, estnischen, lettischen und litauischen Hochschullehrern zusammensetzt.

Das Hochschulkontor bietet Studierenden, NachwuchswissenschaftlerInnen, sowie allen interessierten Personen Lehr- und Fortbildungsveranstaltungen mit Bezügen zu Deutschland und Europa an. Außerdem bietet es ein Forum, in dem WissenschaftlerInnen sowie Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft aus Estland, Lettland, Litauen und Deutschland zusammenkommen und die Öffentlichkeit zur Diskussion einladen. Des Weiteren erfreuen sich die durch das Hochschulkontor organisierten Veranstaltungen großer Beliebtheit; vor allem die wissenschaftlichen Themenabende finden breiten Anklang. Es wird stets großen Wert darauf gelegt, dass sowohl ein deutscher als auch mindestens ein baltischer Gastredner das gegebene Thema aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet, um so einen breiten Überblick zu schaffen.

Das Baltisch-Deutsche Hochschulkontor ist offen für verschiedene Projekte und Kooperationsvorschläge von wissenschaftlichen Institutionen in den Baltischen Staaten. Entsprechende Initiativen sind unter dem Dach des Hochschulkontors ebenso willkommen wie Sponsoren, die als unsere strategischen Partner den weiteren Ausbau und die Ausstattung des Hochschulkontors fördern wollen.